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Der dentale Arbeitsmarkt verändert sich

Alexander Bongartz von Alexander Bongartz
Lesezeit: ca. 3 Min. | Beitrag vom :

Inhaltsverzeichnis:


Momentane Lage auf dem dentalen Arbeitsmarkt

Bewerber
Bewerbersituation wie Praxenlandschaft verändert sich

Etwa 25 % aller Zahnärzte in Praxen befinden sich mittlerweile in einem Anstellungsverhältnis und haben sich somit gegen die Selbstständigkeit entschieden – dieser Anteil wird zunehmend größer. Noch sind die Einzelpraxen in der Überzahl, aber in immer mehr Praxen arbeiten angestellte Zahnärzte.

Die jährlichen Erhebung der Bundeszahnärztekammer & Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung unterstützen dies: 2007 gab es ca. 7.200 angestellte Zahnärzte, 2017 bereits ca. 17.700 angestellte Zahnärzte.

Gründe für diese Entwicklung liegen sowohl in gesellschaftlichen Veränderungen (z.B. „Work-Life-Balance“, demografischer Wandel) als auch branchenspezifischen Einflüssen (z.B. größere Praxisstrukturen, regulatorische Änderungen).

In vielen Gesprächen stellen wir fest, dass Zahnärztinnen und Zahnärzte das Anstellungsverhältnis bevorzugen, da sie damit mehr Sicherheit, Flexibilität und Unabhängigkeit verbinden. Viele möchten zunächst mehr Erfahrung hinzugewinnen, sich fortbilden und sich beruflich wie privat orientieren, bevor sie sich zu einer dauerhaften Bindung entscheiden.

Gleichzeitig gibt es heutzutage deutlich mehr Mehrbehandlerpraxen als vor einigen Jahren, sodass auch mehr Vakanzen und mehr Anstellungsverhältnisse vorhanden sind.

Steigender Frauenanteil unter Zahnärzten

Diese Entwicklung wird teilweise durch die zunehmende Feminisierung in der Zahnmedizin verstärkt (lt. Bundeszahnärztekammer sind aktuell zwei Drittel der Absolventen des Zahnmedizinstudiums weiblich). Das Anstellungsverhältnis bietet eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Hierin liegt jedoch nicht die alleinige Erklärung für den enormen Trend hin zum Anstellungsverhältnis. Vielmehr verschiebt sich heutzutage oftmals der Zeitpunkt der Niederlassung nach hinten. Die Anstellung ermöglicht einen längeren Übergang zwischen Vorbereitungsassistenz und Niederlassung. In der Vergangenheit galt für einen Zahnarzt, dass nach der Assistentenzeit relativ schnell der Übergang in die eigene Praxisgründung oder Praxisübernahme erfolgt. Heute stellt dieses Szenario keine Selbstverständlichkeit mehr dar - das Anstellungsverhältnis wird zunehmend beliebter.

Neue Herausforderungen für Zahnarztpraxen

Bei der Suche und Bindung guter Mitarbeitender entstehen durch die veränderten Bedürfnisse und den Arbeitsmarktwandel neue Herausforderungen für Praxen. Überspitzt könnte man sagen, dass sich früher die Bewerber bei den Praxen beworben haben, mittlerweile allerdings die Praxen um die potentiellen Mitarbeitenden werben müssen. Die Verhältnisse haben sich also umgekehrt bzw. kehren sich sukzessive um. Zudem sollte auch das Thema der Praxisnachfolge am besten mehrere Jahre im Voraus angegangen werden. Ein fließender Übergang wird hierbei immer beliebter, sodass angestellte Zahnärzte mit Interesse an einer späteren Übernahme rechtzeitig integriert werden können.

Trend hin zu großen Praxen in Großstädten?

Es kann nicht gesagt werden, dass Praxen in der Großstadt bei Stellensuchenden pauschal beliebter sind. Zwar profitieren Praxen in Großstädten von einem größeren Einzugsgebiet und der urbanen Anziehungskraft. Doch sowohl in der Stadt als auch auf dem Land sind tolle Praxen ansässig. Sowohl Stadt als auch Land bieten spezielle Vorteile. Die entsprechenden Vorteile sollten bei der Mitarbeitersuche nur kommuniziert werden.

In den letzten Jahren sind immer mehr größere Praxisstrukturen entstanden. Es ist keine Seltenheit mehr, dass Praxen mehr als einen Standort haben. Zukünftig wird es weniger Einzelpraxen und im Gegenzug mehr Gemeinschaftspraxen geben. Denn viele Zahnärzte möchten nicht alleine, sondern gemeinschaftlich mit ein oder zwei Kollegen den Weg in die Niederlassung angehen.

Echte Wertschätzung für Bewerber

Echte Wertschätzung und gelebte Verbindlichkeit sollten bei der Mitarbeitersuche ebenso wie bei der Bewerbung selbstverständlich sein. Leider erleben wir jedoch, dass dies nicht immer der Standard ist. Lebt man diese Werte, ist der Einfluss enorm und der gegenseitige Umgang macht für alle Beteiligten mehr Spaß.

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