Eine Situation, in der ich gemerkt habe, dass ich Zahnärzt*in werden will, war …
Im ersten Semester in der kieferorthopädischen Abteilung hatte ich eine siebenjährige Patientin mit einem frontalen Kreuzbiss, die eine lose Spange bekam. Im darauffolgenden Semester besuchte sie mich mit ihren Eltern. Sie erzählten mir, dass sie nach der Behandlung viel selbstbewusster geworden war und bedankten sich bei mir. Das hat mich sehr berührt. Da habe ich gemerkt, dass meine Arbeit einen direkten Einfluss auf einen Menschen haben kann.
Mein großer Traum in meiner Zahnmedizin-Karriere ist...
Mein großer Traum ist, meine Patienten bestmöglich und auf höchstem Qualitätsniveau zu behandeln – nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und so, wie es für den jeweiligen Patienten am besten ist. Ich weiß, dass das aufgrund der sozioökonomischen Situation nicht immer möglich ist. Aber wenn ich mit 60 Jahren auf meine Karriere zurückblicke, möchte ich sagen können: Ich habe immer mein Bestes gegeben und meine Patienten fachlich und menschlich bestmöglich behandelt.
Ich würde mir von meiner Wunschpraxis Folgendes wünschen...
ein Team mit einem Mindset, dass man nie aufhört zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Ich finde es sehr inspirierend, wenn Menschen auch nach vielen Jahren Berufserfahrung neugierig bleiben und sich weiterbilden möchten. Außerdem ist mir wichtig, dass Patienten und Mitarbeiter mit Respekt und Wertschätzung behandelt werden und der Mensch im Mittelpunkt steht.
Mit dem Stipendium des Deutschen Zahnarzt Service würde ich ...
an zwei Fortbildungen teilnehmen. Eine davon beschäftigt sich mit Kofferdam, den ich besonders für Endodontie, aber auch für Füllungen sehr wichtig finde. Gerade bei tiefen Kavitäten ist eine gute Isolation entscheidend. Die zweite Fortbildung beschäftigt sich mit Präparationen für festsitzenden Zahnersatz, wie Inlays, Onlays, Teilkronen und Kronen. Das ist für mich besonders interessant, weil wir in der Praxis CEREC haben und solche Versorgungen häufig durchführen.
Ich möchte mich später auf Folgendes spezialisieren und erkläre gerne warum:
In den letzten Monaten meiner Assistenzzeit habe ich meine Leidenschaft für die Endodontie entdeckt. Mich fasziniert besonders, dass jeder Zahn und jedes Kanalsystem unterschiedlich ist und die Behandlung dadurch oft komplex und nicht vollständig vorhersehbar ist. Gerade diese Herausforderung motiviert mich. Deshalb möchte ich 2027 ein Curriculum für Endodontie beginnen, um mich auf diesem Gebiet weiterzuentwickeln und auch komplexe Fälle sicher behandeln zu können.
Ich sollte das Stipendium erhalten, weil ...
Da ich mich bereits für einen Winterkurs im Januar angemeldet habe, ist es für mich momentan wirtschaftlich schwierig, zusätzlich weitere Fortbildungen zu finanzieren. Das Stipendium würde mir dabei sehr helfen, meine fachliche Weiterentwicklung trotzdem kontinuierlich fortzusetzen und Fortbildungen nicht aus finanziellen Gründen aufschieben zu müssen.
Siehst du dich zukünftig mit einer eigenen Praxis?
Ja, definitiv. Eine eigene Praxis ist langfristig mein Ziel. Ich möchte meine Patienten mit den Materialien und Behandlungskonzepten behandeln können, von denen ich überzeugt bin und die ich für sie am besten finde. Gleichzeitig möchte ich eine Praxis aufbauen, in der sich Patienten wohlfühlen, gerne wiederkommen und eine langfristige, vertrauensvolle Beziehung entsteht.
Und noch etwas zum Schmunzeln: Der/Die typische Vorbereitungsassistent*in...
Typisch für mich als Vorbereitungsassistentin ist, dass ich nach jeder Behandlung schon darüber nachdenke, was ich beim nächsten Mal noch besser, schneller und effizienter machen kann – natürlich mit einem guten Behandlungsergebnis und so, dass am Ende auch meine Chefin zufrieden ist. 😄