Eine Situation, in der ich gemerkt habe, dass ich Zahnärzt*in werden will, war …
während meiner Jugend in Syrien. Ich war 15 oder 16 Jahre alt, als ich miterleben musste, wie ein Mensch in meiner unmittelbaren Umgebung durch eine Bombe ums Leben kam. Diese Erfahrung hat mich tief geprägt und in mir den Wunsch geweckt, später in einem medizinischen Beruf Menschen helfen zu können.
Schon damals interessierten mich außerdem handwerkliche und praktische Tätigkeiten. Deshalb habe ich nach einem Beruf gesucht, der medizinisches Wissen mit präzisem handwerklichem Arbeiten verbindet
Mein großer Traum in meiner Zahnmedizin-Karriere ist...
ein empathischer Zahnarzt zu werden, der besonders auch Kindern die Angst vor dem Zahnarztbesuch nehmen kann. Langfristig möchte ich einen Ort schaffen, an dem eine ruhige und wertschätzende Behandlung und eine gute Kommunikation mit den Patient*innen selbstverständlich sind. Besonders wichtig ist mir, dass auch Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft, ihrer bisherigen Erfahrungen oder ihrer Angst Schwierigkeiten mit einer zahnmedizinischen Behandlung haben, sich bei mir gut aufgehoben fühlen.
Ich würde mir von meiner Wunschpraxis Folgendes wünschen...
ein Umfeld, in dem ich mich fachlich und persönlich weiterentwickeln kann. Mir ist eine offene Kommunikation wichtig, bei der ich Fragen stellen und auch schwierige Fälle gemeinsam mit erfahrenen Kolleg*innen besprechen kann. Ich wünsche mir außerdem die Möglichkeit, möglichst viele unterschiedliche Behandlungssituationen kennenzulernen und zunehmend selbstständig zu arbeiten, ohne dabei mit meinen Fragen allein gelassen zu werden.
Mit dem Stipendium des Deutschen Zahnarzt Service würde ich ...
meine während des Staatsexamens entstandenen finanziellen Belastungen teilweise ausgleichen. Da ich in dieser intensiven Prüfungsphase kaum arbeiten konnte und meine Familie mich finanziell nicht unterstützen konnte, musste ich dafür Kredite aufnehmen. Das Stipendium würde mir helfen, diese Belastung zu reduzieren und mich auf meinen beruflichen Start als Zahnarzt zu konzentrieren.
Ich möchte mich später auf Folgendes spezialisieren und erkläre gerne warum:
Ich möchte mich später auf die Kinderzahnheilkunde spezialisieren, weil ich selbst als Kind große Angst vor dem Zahnarzt hatte und in Syrien keine vergleichbare Kinderzahnmedizin kannte. Ich möchte Kindern diese Angst nehmen, ihnen eine gute Mundhygiene vermitteln und verhindern, dass sie wie ich unter Karies und Zahnschmerzen leiden müssen. Mein Ziel ist es, Kindern von Anfang an eine positive Erfahrung mit Zahnmedizin zu ermöglichen.
Ich sollte das Stipendium erhalten, weil ...
mein Weg in die Zahnmedizin nicht einfach war. Nach 4 Semestern Zahnmedizinstudium in Syrien musste ich in Deutschland fast alles wiederholen. Und im klinischen Teil war es schwierig, ausreichend Patient*innen zu finden, insbesondere für Prothetik, da ich nicht aus Hamburg stamme. Dadurch hat sich mein Studium verlängert.Auch Diskriminierung habe ich während meines Studiums leider erlebt. Trotz dieser Herausforderungen habe ich mein Ziel nie aufgegeben und mein Studium erfolgreich abgeschlossen.
Siehst du dich zukünftig mit einer eigenen Praxis?
Ich bin für verschiedene Wege offen und möchte zunächst weitere Erfahrungen sammeln. Langfristig kann ich mir jedoch gut vorstellen, gemeinsam mit einer Kollegin eine eigene Praxis zu führen. Besonders eine Praxis mit Schwerpunkt Kinderzahnheilkunde würde mich dabei sehr reizen.
Und noch etwas zum Schmunzeln: Der/Die typische Vorbereitungsassistent*in...
Vor dem Patienten souverän, als hätte er 20 Jahre Berufserfahrung, während im Kopf verzweifelt nach einem ähnlichen Fall aus den letzten Monaten gesucht wird. Und danach stundenlang am PC sitzen und dokumentieren. 😄